Auszüge von der Homepage der Stadt Velbert

§ 61a Dichtheitsprüfung von privaten Abwasserleitungen

Durch den neuen § 61a Landeswassergesetz NRW (LWG NW) sind auch die Velberter Grundstückseigentümer aufgefordert, ihre privaten Abwasserkanäle auf Dichtheit zu prüfen.

Kanäle, die lediglich unvermischtes Niederschlagswasser (Regenkanäle) ableiten, unterliegen nicht der Prüfung nach dem § 61a LWG NW. Wir empfehlen jedoch auch diese auf Schäden untersuchen zu lassen.

Ein undichter Kanal verunreinigt Boden und Grundwasser. Schäden am Kanal, wie Wurzeleinwuchs, können zudem zu Verstopfungen und damit zu Überflutungen in Gebäuden führen.

Die erste Untersuchung der Leitungen muss, nach § 61a Abs. 4, spätestens bis zum 31.12.2015 abgeschlossen sein.

Die TBV AöR können für einzelne Gebiete Fristveränderungen vornehmen, die jedoch zuvor mit im Satzungsverfahren der Stadt Velbert festgelegt werden müssen.

Dieses betrifft Straßen, in denen Baumaßnahmen oder Kanaluntersuchungen an öffentlichen Abwasserleitungen geplant sind.

Die Pflicht zur Prüfung auf Dichtigkeit umfasst auch die Abwasserleitung, die Schmutzwasser einer Kleinkläranlage oder einer abflusslosen Grube zuführen.

Ablauf der Dichtheitsprüfung

Vor der eigentlichen Dichtheitsprüfung ist eine Reinigung der Kanalleitungen erforderlich. Diese Vorarbeiten erfolgen in der Regel ohne Aufgrabungen und ohne Eingriff in die Bausubstanz.

Die Reinigung erfolgt im Regelfall durch den Einsatz von Hochdruck-Spüldüsen oder auch mit Fräsmaschinen inkl. Spezialfräsköpfen, die entweder über Revisionsschächte oder -öffnung vom Grundstück her eingeführt werden und in Fließrichtung des Abwassers spülen oder fräsen.

Prüfmöglichkeiten zur Feststellung der Dichtheit:

1.)

optische Inspektion:
gem. DIN 1986-30

hier fährt eine Kanal TV-Kamera nach verheriger Reinigung durch das Entwässerungssystem und stellt evtl. Schäden fest

2.)

Wasservollfüllung:

Die Leitungen werden komplett mit Wasser geflutet und anhand des Wasserverlustes wird die Dichtheit überprüft

3.)

Druckprüfung mit Luft:
gem. DIN EN 1610

Die Leitungen werden mit Kanalblasen an den Enden verschlossen und mit Luft beaufschlagt. Anhand des Druckverlustes wird die Dichtheit überprüft

4.)

Druckprüfung mit Wasser:
gem. DIN EN 1610

Die Leitungen werden mit Kanalblasen an den Enden verschlossen und mit Wasser beaufschlagt. Anhand des Wasserverlustes wird die Dichtheit überprüft

Für neu gebaute Leitungen ist grundsätzlich im Rahmen der Inbetriebnahme eine Dichtheitsprüfung mit Luft oder Wasser gem. DIN EN 1610 durchzuführen. Die Dichtheitsprüfung umfasst ebenfalls den ersten Revisionsschacht auf dem Grundstück. Für den Bereich der Anschlusskanäle und Revisionsschacht ist die TBV AöR zu beteiligen.

Bei bestehenden Leitungen sind alle Prüfmöglichkeiten zulässig. Werden im Zuge einer  Kamerabefahrung die Leitungen  als augenscheinlich schadensfrei klassifiziert, ist die Dichtheitsprüfung erbracht. Bei unklaren Ergebnissen im Rahmen der Kamerabefahrung kann eine weitere alternative Dichtheitsprüfung mit Luft oder Wasser durchgeführt werden. Ansonsten ist auf Grundlage der Kamerabefahrung zu sanieren.
Wenn eine Kamerabefahrung in Teilabschnitten nicht möglich ist, kann diese mit einer Wasservollfüllung geprüft werden. Nach dem Absperren der privaten Leitung werden diese mit Wasser gefüllt. Innerhalb einer bestimmten Zeit darf nur eine vorgeschriebene Menge an Wasser verloren gehen. Bei Überschreitung der zulässigen Werte gilt die Leitung als nicht dicht.

Die Prüfung auf Dichtheit ist nach der Verwaltungsvorschrift zu § 61a durch Sachkundige durchzuführen. Nur diese Sachkundigen dürfen eine Dichtheitsbescheinigung ausstellen.


Der Dichtheitsnachweis für die Stadt Velbert muss folgenden Inhalt bzw. Unterlagen umfassen:

  • Dichtheitsbescheinigung 
  • mit dem Ergebnis der Dichtheitsprüfung

Der Dichtheitsnachweis für die Stadt Velbert sollte folgende Anlagen erhalten:

  • Lageplanskizze mit folgenden Daten:
    • Adresse des geprüften Objektes
    • Abstand des Stutzen zum öffentlichen Kanaldeckel
    • Bezeichnung der Schächte bzw. Abzweige
    • Längenangaben und Material zu Leitungen
    • Differenzierung der Leitung nach Schmutz-, Regen- und Mischwasser
  • Schadensbericht/e
    • Datum der Untersuchung
    • Firma und Name des Untersuchers
    • Haltungsdaten (Nenndurchmesser, Material, Baujahr etc.)
    • Bezeichnung der Leitung (von Schacht nach Schacht)
    • Untersuchungsrichtung
    • Schadensauflistung mit Stationierung
    • Einzelfotos
  • CD mit Kamerabefahrung